Sven Baumann - Radsport on- und offroad

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Cross Saison 2014/15

Da ich zugegebenermaßen etwas faul war, was die Aktualisierungen an dieser Stelle betrifft, schreibe ich doch gleich mal eine Zusammenfassung der kompletten Saison.
Das Ende zuerst, Masters WM in Gossau im Zürcher Oberland. Leider war auch dieses Mal die Vorbereitung nicht ideal. Ein Fraktur am Handgelenk 4 Wochen vor dem Saisonhöhepunkt reduzierte die Anzahl der Wettkämpfe um einiges. Dazu kam in der Weihnachtszeit noch eine Erkältung, aber da muß man halt durch. Eine Woche vor dem Rennen sah die Vorhersage noch nach heftiger Kälte und Schnee aus und auch bei Anreise und Streckenbesichtigung am Samstag gab es noch mehr als genug Schnee. Doch Regen am Nachmittag und Temperaturen um 5°C brachten den Schnee fast vollständig zum verschwinden und hinterließen nach den ersten Rennen schlammige Wiesen und tiefe Pfützen. Also standen ähnliche Bedingungen wie an gleicher Stelle im letzten Jahr zu erwarten, zumindest war der Schlamm noch etwas flüssiger und damit auch ein größerer Teil der Strecke fahrbar.
Meine beiden Trek Bikes waren perfekt vorbereitet, mein Dank an dieser Stelle meinem Kollegen Marcel, der jedoch wegen einer Autopanne leider nicht zum Rennen kommen konnte. Doch auch der Rest des Teams war eingespielt und mit Thomas, Nina und meinem Vater hatte ich eine bewährte und eingespielte Crew vor Ort. Meinen herzlichen Dank für die tolle Arbeit, dank der ich regelmäßig ein frisch gewaschenes Rad in Empfang nehmen konnte.
Auch in diesem Jahr durfte ich in der ersten Reihe Aufstellung nehmen und war voll konzentriert auf den Start um da nicht zu viel Zeit zu verlieren. Ein Schlenker meines Nebenmannes führte dazu, daß ich ein paar Tritte auslassen mußte, dennoch ging ich an etwa 7. Position ins Gelände. Auf der zweiten Hälfte der Runde konnte ich schnell noch ein paar Positionen gutmachen und kurz darauf auf Platz 4 vorstoßen, etwa 15 Sekunden hinter dem Führungstrio. Natürlich setzte ich alles daran, noch den Anschluß zu schaffen, leider wuchs der Rückstand jedoch kontinuierlich an und ich konnte nicht mehr in den Kampf um die Medaillen eingreifen. In der letzten Runde mußte ich noch einen Platz an den Italiener Carmine del Riccio abgeben.
Zwar ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend, aber im Vergleich zum Vorjahr bin ich doch mit meiner Leistung eher zufrieden, mehr war wirklich nicht drin.

Nun zur Aufarbeitung der restlichen Saison in chronologischer Order: Vor der Saison hatte ich mich zu einigen Änderungen in Sachen Material entschieden. Ich blieb Trek treu, aber setzte die erste wirklich Cross-spezifische Schaltgruppe, SRAM Force CX1. Mit nur einem Kettenblatt und hydraulischen Scheibenbremsen waren meine Bikes absolute technische Spitze und funktionierten auch über die gesamte Saison hervorragend.
Im Rahmen einer Dienstreise bestand mein neues Trek Crockett seine Rennpremiere mit Platz 7 beim ersten Lauf des Chicago Cross Cups. Vielleicht kein berauschendes Ergebnis, aber für einen Start aus der letzten Reihe und einen Tag nach meinem Eintreffen in den USA mit 7 h Zeitverschiebung doch zumindest okay.
Eine Woche später traf ich beim OVCX Rennen in Ohio meine Teamkollegen wieder, die dieses Jahr als Cyclocross Network Racing Team antraten. Gegen Ryan Knapp war auf einem Schnellen, harten und staubigen Kurs kein Kraut gewachsen. Ich kämpfte mit Adam York um Platz 2, den ich ihm am Ende überließ, da er auch Amitionen auf die Gesamtwertung hatte.
Nach einer Woche Urlaub gab es ein Wiedersehen mit der restlichen Michigan Scene beim Tailwind Rennen in Ann Arbor. Trotz heftiger Gegenwehr von Scott Hoffner konnte ich dieses Rennen für mich entschieden. Ich nutzte einen kleinen Fehler von ihm relativ früh im Rennen und konnte eine kleine Lücke herausfahren. Dann lieferten wir uns ein spannendes Fernduell, letztlich konnte Scott die Lücke jedoch nicht wieder schließen.
Tags darauf, zurück in Chicago stand Lauf 3 des Chicago Cross Cups an. Dank meiner Punkte aus dem ersten Lauf durfte ich aus der zweiten Reihe starten und somit dauerte es nicht ganz so lange bis ich in der Spitzengruppe auftauchte. Dort angekommen setzte ich die anderen beiden unter Druck und gerade als die Lücke aufging machte meine Verfolger (und Arbeitskollege) David Reyes einen Fehler. Damit war die Messe gelesen und konnte zu einem recht ungefährdeten Sieg fahren.
Eine Woche später gings wieder nach Deutschland zurück und eine weitere Woche später ging ich beim ersten Lauf des AAN Cups in Nürnberg an den Start. Auch einige gute Straßenfahrer waren dabei und so wurde es ein schnelles Rennen. Gerade als ich Anschluß an den Drittplatzierten gefunden hatte passierte das, wovor ich auf dieser Strecke schon immer Schiss hatte. bei der Einfahrt in die Unterführung der Radrennbahn stürzte ich. Nachdem ich mich wieder aufgerappelt und bis auf Platz 8 zurückgefallen war, mußte ich also erneut eine Aufholjagd starten. Diese brachte mich zwar bis auf Platz 5 nach vorne, jedoch hatte ich im Schlußspurt den beiden Wendelsteiner Fahrern nichts mehr entgegen zu setzen und kam als 7. ins Ziel.
Danach ging es nach Österreich, am ersten November-Wochenende stand ein Rennen in Wels und das C2 Rennen in Stadl-Paura auf dem Programm. So wirklich zurecht kam ich im teils tiefen Schlamm in Wels nicht, zumal ich mit trockenen Bedingungen gerechnet hatte. Platz 9 war darum auch ein bescheidenes Ergebnis.
Tags darauf kam es noch schlimmer, denn ich durfte aufgrund meiner Masters-Lizenz gar nicht erst starten. Deutsche Gründlichkeit seitens des UCI-Kommisärs sage ich da nur. In den letzten Jahren hatte ich keinerlei derartigen Probleme und startete bei etlichen UCI Rennen.
Das alles war vergessen, als ich am 9. November in Lorsch an den Start ging in der Masters-Europameisterschaft in der Klasse 35-39. Trotz schlechter Startposition und einigem Gehakel in der ersten Runde konnte ich mir am Ende die Silbermedaille um den Hals hängen lassen. Das Rennen war wirklich das Highlight meiner Saison, nicht nur vom Ergebnis her. Auch die ganze Atmosphäre in der Weltkulturerbe-Stadt, viele Zuschauer sowie eine tolle Strecke machten diese Veranstaltung zu einem unvergesslichen Event.
Als nächstes Stand die Thüringer Landesmeisterschaft auf dem Programm. Im Rahmen der Bioracer Challenge ausgetragen, mußte ich mangels Platzierung in der Gesamtwertung von ganz hinten starten. Aber auch sonst hätte ich keine Chance gegen einen gut aufgelegten Michael Schuchardt gehabt. Immerhin konnte ich mir im Finale noch Platz 2 gegen Christian Kreuchler sichern.
Danach gings zum 1. Rhöncross in Dipperz bei Fulda. Die ganze Familie meiner Schwester war da um mich anzufeuern nachdem Miri bereits am Morgen die Kreismeisterschaft im Crosslauf für sich entscheiden konnte. Während ganz vorne Sascha Wagner seine Runden alleine drehte, war ich mitten in der Action im Kampf um den Rest. Hier mußte ich mich jedoch auch geschlagen geben, konnte jedoch auf Platz 3 aufs Podium klettern.
Aus dem danach geplanten rennfreien Wochenende wurden deren 4, da ich mir bei einem Trainingssturz auf der Straße eine Fraktur im linken Handgelenk zuzog. Damit mußte das Training zunächst auf die Rolle verlagert werden, bevor ich mich wieder vorsichtig nach draußen wagen konnte.
Das Renn-Comeback gabs dann beim letzten Lauf zum AAN-Cup in Nürnberg am Wochenende vor Weihnachten, wo ich gut unterwegs war und mir erneut einen dritten Platz sichern konnte.
Eigentlich wollte ich danach noch 2 Deutschland Cup Rennen fahren, mußte dieses Vorhaben jedoch wegen einer Erkältung aufgeben und versuchen anderweitig in bestmöglicher Verfassung zur WM zu kommen.

 

Masters Europameisterschaft Mountainbike Marathon

Im Rahmen der Salzkammergut Trophy in Bad Goisern (Österreich) wurden dieses Jahr die Europameistertitel in den Masters-Kategorien im Mountainbike Marathon vergeben. Insgesamt waren über 4200 Biker auf verschiedenen Strecken am Start. Die Strecke für die Masters EM Wertung der Herrenklasse führte über 119.5 km mit 3848 Höhenmetern.
Nach einigen anstrengenden Wochen mit Umzug und Jobwechsel war meine Vorbereitung auf dieses große Event nicht ideal. Die Anreise im Mietwagen erfolgte am Freitagabend, gerade rechtzeitig zum Bikecheck und Abholung der Startunterlagen war ich da. Übernachtung im Auto war sicher auch nicht ideal, aber dennoch war ich am Morgen recht gut erholt. Der Regen der Nacht wollte jedoch nicht aufhören und sorgte in Verbindung mit meinen Zweifeln an der Form für nicht gerade optimale Motivation.
Punkt 9 Uhr erfolgte der Start und nach kurzer Einrollphase begann gleich der erste Anstieg. Zunächst auf Asphalt, später auf Schotter konnte sich das Feld erstmal ordentlich auseinanderziehen. Das hohe Tempo der Spitze konnte ich nicht mitgehen, versuchte stattdessen mir die Kräfte einzuteilen. Auch auf der ersten Schotterabfahrt vom Raschberg konnte ich kein wirkliches Vertrauen finden. Nach dem folgenden Anstieg lief es jedoch besser, auch in der Trail-Abfahrt konnte ich dann wieder Zeit gutmachen.
Danach ging es eine Weile mehr oder weniger flach am Hallstädter See dahin. Dabei verlor ich zunächst meinen Begleiter, wurde aber dann von einer größeren Gruppe eingeholt. Am folgenden Anstieg zum Salzberg konnte ich diese jedoch wieder hinter mir lassen. Der Salzberg war jedoch ein hartes Stück Arbeit, wirklich abartig steil, das Schlimmste kam dann zum Schluß. Zwar Asphalt, aber bei 30% Steigung rollt eh nix mehr. Von da an waren auch wieder viele Fahrer anderer Strecken unterwegs, so dass es nicht langweilig wurde weil ich ständig am Überholen war. Der Anstieg zum höchsten Punkt der Strecke, der Roßalm wollte jedoch nicht enden.
Danach ging es erstmal wieder lange runter und es folgte nur noch ein kurzer Anstieg von 4 km. Hier überholte ich endlich mal wieder einen Konkurrenten in der EM Wertung. Auf den flachen bis welligen Kilometern bis zur letzten Verflegung holte er mich jedoch wieder ein. Nachdem wir geklärt hatten, dass wir nicht in der gleichen AK waren arbeiteten wir gut zusammen und konnten noch einen weiteren Fahrer einholen. Wenige Kilometer vor dem Ziel gab es nochmal eine schräge Wiesenabfahrt am Flußufer, ich fand eine gute Linie während viele Leute schieben mussten. Jedoch fädelte ich im Getümmel mit dem Lenker an der Absperrung ein und ging zu Boden. Der Zeitverlust war zwar nur gering, aber meine beiden EM Konkurrenten waren erstmal weg.
Nach 5:36h erreichte ich das Ziel und stellte später überrascht fest, dass das sogar für den zweiten Platz in der Altersklasse 30-34 gereicht hatte. Der Sieger Jiri Reeh (CZE) war 6 Minuten schneller und ich hatte wiederum 7 Minuten Vorsprung auf den Drittplatzierten. Natürlich hätte ich lieber so ein schönes Trikot gehabt, aber mit einer Silbermedaille konnte ich doch ganz zufrieden sein. Allerdings war ich für eine Teilnahme an der Siegerehrung gar nicht ausgerüstet. Zum Glück kam für den Rest des Tages die Sonne raus und so konnte ich wenigstens mein Fluß gewaschenes Trikot noch trocken bekommen. Immerhin war ich diesmal dabei bei der Siegerehrung im Gegensatz zur Cross WM in Louisville. Also schonmal ne Steigerung...

 

 

Masters WM 2014

Nun ist es ja schon eine Woche her, also wirds langsam Zeit, daß ich mal ein paar Zeilen schreibe.

Die heiße Phase der Vorbereitung begann in der Woche vor Weihnachten mit der Reise nach Hause. Rechtzeitig bevor hier das Wetter winterlich wurde konnte ich mich aus Michigan absetzen. Mit im Gepäck war mein Trek Cronus und 2 Sätze Laufräder. Am folgenden Sonntag stand in Nürnberg das erste Rennen an. Nachdem ich anfangs in der Spitzengruppe dabei war wurde ich Opfer eines Massensturzes und mußte zusehen wie ein Konkurrent nach dem anderen an mir vorbeiging bis ich meine Kette wieder richtig sortiert und wieder aufgelegt hatte. Am Ende konnte ich den 4. Platz retten, zwar kein zufriedenstellendes Ergebnis, aber eine gute Leistung von mir.

Nach einer weiteren Woche guten Trainings ging ich an Silvester in Lichtenstein/Sachsen an den Start. Ein wenig chaotisch war der Ablauf des Rennens, vor allem die Ansage der letzten Runde. Da war ich in einen Kampf mit Michael Walter verstrickt und konterte seinen Angriff nicht sofort und mußte somit mit Platz 3 vorlieb nehmen. An diesem Tag begannen auch meine Magenprobleme, die mich noch den Rest der Woche beeinträchtigen sollten.

Nach Übernachtung in Fulda brach ich am Freitag gemeinsam mit Nina in Richtung Schweiz auf. In Frankfurt holten wir Matt ab, der erneut alles in Bewegung setzte um mich optimal zu unterstützen und mit meinem 2. Rad aus den USA anreiste. Nach dem Checkin im Hotel fuhren wir nach Gossau an die Strecke um eine erste Erkundung vorzunehmen. Der Kurs präsentierte sich als ein typischer Swiss-Cross, offene Wiese und schwerer Boden, der sich im Verlauf der folgenden Tage in tiefen Schlamm verwandeln sollte.

Samstags stand dann nochmal Training an. Dabei merkte ich, daß ich aufgrund der Vorkommnisse der vorangegangen Tage doch einiges an Power eingebüßt hatte. Eine erste Runde auf der Rennstrecke bestätigte die Erwartungen auf ein schweres schlammiges Rennen. Weiterer Regen in der Nacht sollte den Untergrund noch weiter aufweichen. Glücklicherweise hatte ich tollen Support, denn zusätzlich kamen noch mein Vater und Thomas Schmalz vom SV Werra 07, so daß ich insgesamt 4 Betreuer hatte. Was für ein Luxus!

Der Renntag war dann auch der erste Tag, an dem mein Magen mir keine Probleme mehr bereitete und ich war ziemlich hoffnungsvoll. Anfahrt zur Strecke, Anmeldung und Aufbau liefen reibungslos ab. Nach den ersten Rennen gab es nochmal einen Zeitslot für offizielles Training und den wollte ich nutzen um nochmal die Strecke unter den aktuellen Bedingungen abzufahren. Das lief auch soweit ganz gut. Nach Abschluß der Besichtungsrunde fuhr ich das Rad (mein Nr. 2 Bike) noch zur Waschstation. Gerade als ich da ankam machte es "knack" und mein Schaltauge war abgerissen. Das braucht man eine Stunde vor einem WM Rennen als allerwenigstes! Während ich zurück zum Camp lief, wusch Nina schnell das Rad und brachte es zurück. Eine erste Bestandsaufnahme ergab, daß auch ein Stück vom Rahmen in Mitleidenschaft gezogen war, so daß trotz mitgebrachtem Ersatz-Schaltauge der Einsatz dieses Rades beinahe unmöglich aussah. Glücklicherweise gabelte irgendjemand einen Einheimischen auf, der mir sein Rad zur Verfügung stellen wollte. Danke Franz Bär! Daß es soweit nicht kam, verdanke ich einem einheimischen Radladen, die einen Service vor Ort hatten und mit einem speziellen Reparatur-Notfall-Ersatzschaltauge mein Rad einsatzbereit machten. Alles während ich mich versuchte halbwegs konzentriert vorzubereiten und aufzuwärmen.

Dann ging das Rennen endlich los. Als einziger von der WM des Vorjahres gelisteter Fahrer durfte ich in der ersten Reihe Aufstellung nehmen. Mein Start war ganz okay, aber nach der ersten Ecke war ich einigermaßen überrascht, daß der Großteil des Feldes laufenderweise an mir vorbeiging. Ich blieb im Sattel und konnte wenigstens ein paar Positionen wieder gutmachen, als die anderen wieder aufspringen mußten. Bei der ersten Durchfahrt der Wechselzone war ich an Position 9, hatte aber die anderen noch in Sicht. Eine halbe Runde später lag ich dann auf Platz 6, wechselte das Rad, aber der Abstand auf den Spitzenreiter war bereits deutlich. Dennoch hatte ich Hoffnung, wenigstens noch in den Kampf um die Medaillen eingreifen zu können. Fortan wechselte ich alle halbe Runde, konnte mich noch einen weiteren Platz verbessern, jedoch den Abstand auf die vor mir liegenden Fahrer nicht mehr verringern. In der letzten Runde wurde es nochmal eng, als ich in der Abfahrt eine sehr schlechte Linie erwischte und einiges an Zeit verlor. In der letzten halben Runde konnte ich jedoch wenigstens den 5. Platz nach Hause fahren.

Ein riesengroßes Danke möchte ich an dieser Stelle nochmal an alle richten, die mich unterstützt haben. Meine Familie, meine Freundin, die pausenlos meine Räder saubermachte wodurch ich regelmäßig ein frisches, leichtes und gut funktionierendes Rad bekommen konnte. Und natürlich nicht zuletzt Matt Baroli der extra aus den USA anreiste um mich zu unterstützen, sowie das gesamte Wolverine Racing Team, Trek, American Cycle & Fitness, ERG bar, Progold und alle unsere Sponsoren.

 

Michigan State Championship

Doppelter Hattrick für das Wolverine Racing Team!

Nach einem Sieg und einem enttäuschenden 3. Platz vor 2 Wochen beim Rennen im Bloomer Park bei sehr kalten Bedingungen und einem rennfreien Wochenende war ich bereit zur Revanche und zur erneuten Titelverteidigung.
Erneut sehr kaltes Wetter und ein hart gefrorener Boden machten die Auswahl des Equipments zu einem entscheidenden Faktor. Nicht nur Reifenprofil und Luftdruck mußten passen, auch die richtigen Handschuhe und sonstige Bekleidung sind bei solchen Bedingungen entscheidend um warm zu bleiben und auch genug Gefühl fürs Rad zu haben.
Mein Start war nicht schlecht, aber im Verlauf der ersten Runde hatte ich mit dem hohen Tempo und der Kälte zu kämpfen. Aaron Beebe machte die Pace und ich sortierte mich zunächst an 4. Stelle ein. An den Hindernissen nach der Hälfte der Runde war ich trotz vorheriger Besichtigung einigermaßen überrascht und auch nicht besonders geschmeidig. Bis zum Ende der Runde hatte ich jedoch einen Rhythmus gefunden und mich an 2. Position gesetzt. Kurz danach sorgte ich selbst für eine Tempoverschärfung, die meine Gegner in Schwierigkeiten brachte. Aaron kämpfte sich jedoch langsam wieder zurück an mein Hinterrad. Darum nahm ich ein wenig das Tempo raus, um meinem Teamkollegen Adam York den Anschluß zu ermöglichen. Aaron jedoch drückte weiter aufs Tempo und Adam schied kurz danach durch einen Sturz und daraus resultierender abgerissener Schaltung aus.
Vorne lieferten wir uns weiterhin einen engen Kampf, manchmal konnte ich recht locker folgen, aber hin und wieder machte ich kleine Fehler, so dass ich erneut Lücken schließen mußte. 3 Runden vor Schluß ging mein Gegner jedoch in einer engen und abschüssigen Kurve zu Boden und ich konnte ihn passieren. Diesen Fehler mußte ich nutzen und ging auf Vollgas. Zum Ende der Runde hatte ich die anfänglichen 5 Sekunden auf 10 Sekunden Vorsprung ausgedehnt und konnte danach in den beiden verbleibenden Runden mit kontrolliert hohem Tempo den Sieg nach Hause fahren. Am Ende war es knapp eine halbe Minute und wirklich eine Erlösung, erneut für unser Team den Sieg nach Hause gebracht zu haben.

Ein großes Dankeschön alle Teammitglieder, vor allem Matt Baroli, unsere Sponsoren, Trek, American Cycle & Fitness, ERG Energy, Progold ohne die dieser Erfolg nicht moeglich gewesen waere.
Gratulation auch an Kelly Paterson, die in der Elite Frauen ebenfalls zum 3. Mal in Serie den Meistertitel gewann.

 

Jingle Cross

Nach einem Jahr Pause reiste das Wolverine Racing Team wieder nach Iowa City zum Jingle Cross. Diesmal nicht am Thanksgiving-Wochenende hatte sich erneut das Who is Who des amerikanischen Cross-Sports angemeldet. Von unserem Team waren Pat Russell im Masters 45+ Rennen sowie Tom Burke, Adam York und ich im Elite Rennen am Start. Nach dem Erlebnis vor 2 Jahren als es mir am Freitag abend nach der langen Reise ziemlich dreckig ging hatte ich dieses Mal nur für Samstag und Sonntag gemeldet mit der Option auf einen Start am Freitag, da ausnahmsweise hier auch im Eliterennen noch Nachmeldungen zugelassen wurden.
Zwar überstand ich die Reise ganz gut, entschied mich aber dennoch gegen ein Start am Freitag abend. Daß ich von ganz hinten hätte starten müssen, spielte dabei allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Viel besser wurden nämlich meine Startpositionen an den folgenden Tagen auch nicht, das Losglück hatte ich mal wieder nicht auf meiner Seite. So konnte ich dann aus der Wechselzone als Zuschauer das Rennen beobachten während meine Teamkollegen auf den Plätzen 22 (Tom) und 32 (Adam) einliefen.

Samstag war es deutlich wärmer und die Frage war, kommt der Regen oder kommt er nicht. Während des Rennens der Frauen ging dann auch ein kräftiger Schauer nieder, so daß ich dann letztlich auf Rhinos startete. Als fünftletzter der Startaufstellung konnte ich bereits in den ersten Kurven viele Plätze gutmachen und mich unter die ersten 30 nach vorne schieben. Die Streckenvariante am Samstag hatte einen ganz neuen Anstieg durch den Wald zu bieten und dann die bekannte Zickzackabfahrt vom Mt. Krumpet. Allerdings war diesmal alles gut fahrbar und auch ziemlich griffig. Adam Craig warf sein Bike sogar per Nosewheelie um die Kurven. Nach guter Anfangsphase waren dann irgendwann die Plätze bezogen und ich bewegte mich so um Platz 20 herum. In den letzten paar Runden konnte ich noch ein paar zurückfallende Fahrer einsammeln und befand mich eine Runde vor Schluß in einer Dreiergruppe in der wir um Platz 16 kämpften. Leider war von den anderen beiden keiner an der Tempoarbeit interessiert und mir blieb dann auch keine Wahl als den Sprint von vorne anzuziehen. Das war natürlich bei dem heftigen Gegenwind ein schwieriges bis aussichtsloses Unterfangen und so mußte ich dann beide an mir vorbeiziehen lassen. Platz 18 war aber trotzdem ein gutes Resultat.

Sonntag war erneut mehr Regen angekündigt und erneut ließ er auf sich warten. Die Reifenwahl wurde somit erneut zum einem Glücksspiel und ich entschied mich für die sichere Variante und wählte erneut die Rhinos.
Wieder von ziemlich weit hinten war es erneut ein schweres Stück Arbeit, dazu kam noch, daß an diesem Tag das stärkste Feld des gesamten Wochenendes am Start war, denn dieses Rennen war als C1 ausgeschrieben. Bedingt durch den Streckenverlauf in den ersten Kurven gelang es mir nicht ganz so viele Plätze gutzumachen wie am Vortag, aber bei der ersten Vorbeifahrt an der Wechselzone lag ich etwa auf Platz 30. Mit dem langen Laufanstieg wurde es ein zähes und hartes Rennen, zumal der Anstieg dann noch nicht zu Ende war. Stattdessen galt es dann fahrenderweise noch weiter bis zum höchsten Punkt von Mt. Krumpet zu klettern. Im Verlauf des Rennens entwickelte sich wie in den vergangen Wochen schon öfters wieder mal ein Duell zwischen mir und Rotem Ishay (Boo Bikes). Er ließ es in den technischen Abschnitten immer gut fliegen und driftete die Kurven an. Zwei Runden vor Schluß konnte ich ihn jedoch distanzieren. Eingangs der letzten Runde hatte ich mich an meinen Teamkollegen Tom herangearbeitet, den ich das ganze Rennen über in Sichtweite hatte. Gemeinsam mit Joe Maloney holten wir fast noch einen weiteren Fahrer ein. Zum Überholen reichte es aber nicht und nach einem kleinen Fehler kurz vor dem letzten kurzen Steilanstieg mußte ich dann mit Platz 24 direkt hinter Tom zufrieden sein.

Danach galt es dann noch das Camp abzubauen und dann ging es auf die lange Heimreise. 3.30 Uhr nachts kam ich dann an. Nicht daheim, sondern an der Arbeit wo ich dann nach Duschen und Zähneputzen auch gleich meine Arbeitswoche begann.

 


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