Sven Baumann - Radsport on- und offroad

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Start Rennen 2013 Berichte

Rennberichte 2013

Michigan State Championship

Doppelter Hattrick für das Wolverine Racing Team!

Nach einem Sieg und einem enttäuschenden 3. Platz vor 2 Wochen beim Rennen im Bloomer Park bei sehr kalten Bedingungen und einem rennfreien Wochenende war ich bereit zur Revanche und zur erneuten Titelverteidigung.
Erneut sehr kaltes Wetter und ein hart gefrorener Boden machten die Auswahl des Equipments zu einem entscheidenden Faktor. Nicht nur Reifenprofil und Luftdruck mußten passen, auch die richtigen Handschuhe und sonstige Bekleidung sind bei solchen Bedingungen entscheidend um warm zu bleiben und auch genug Gefühl fürs Rad zu haben.
Mein Start war nicht schlecht, aber im Verlauf der ersten Runde hatte ich mit dem hohen Tempo und der Kälte zu kämpfen. Aaron Beebe machte die Pace und ich sortierte mich zunächst an 4. Stelle ein. An den Hindernissen nach der Hälfte der Runde war ich trotz vorheriger Besichtigung einigermaßen überrascht und auch nicht besonders geschmeidig. Bis zum Ende der Runde hatte ich jedoch einen Rhythmus gefunden und mich an 2. Position gesetzt. Kurz danach sorgte ich selbst für eine Tempoverschärfung, die meine Gegner in Schwierigkeiten brachte. Aaron kämpfte sich jedoch langsam wieder zurück an mein Hinterrad. Darum nahm ich ein wenig das Tempo raus, um meinem Teamkollegen Adam York den Anschluß zu ermöglichen. Aaron jedoch drückte weiter aufs Tempo und Adam schied kurz danach durch einen Sturz und daraus resultierender abgerissener Schaltung aus.
Vorne lieferten wir uns weiterhin einen engen Kampf, manchmal konnte ich recht locker folgen, aber hin und wieder machte ich kleine Fehler, so dass ich erneut Lücken schließen mußte. 3 Runden vor Schluß ging mein Gegner jedoch in einer engen und abschüssigen Kurve zu Boden und ich konnte ihn passieren. Diesen Fehler mußte ich nutzen und ging auf Vollgas. Zum Ende der Runde hatte ich die anfänglichen 5 Sekunden auf 10 Sekunden Vorsprung ausgedehnt und konnte danach in den beiden verbleibenden Runden mit kontrolliert hohem Tempo den Sieg nach Hause fahren. Am Ende war es knapp eine halbe Minute und wirklich eine Erlösung, erneut für unser Team den Sieg nach Hause gebracht zu haben.

Ein großes Dankeschön alle Teammitglieder, vor allem Matt Baroli, unsere Sponsoren, Trek, American Cycle & Fitness, ERG Energy, Progold ohne die dieser Erfolg nicht moeglich gewesen waere.
Gratulation auch an Kelly Paterson, die in der Elite Frauen ebenfalls zum 3. Mal in Serie den Meistertitel gewann.

 

Jingle Cross

Nach einem Jahr Pause reiste das Wolverine Racing Team wieder nach Iowa City zum Jingle Cross. Diesmal nicht am Thanksgiving-Wochenende hatte sich erneut das Who is Who des amerikanischen Cross-Sports angemeldet. Von unserem Team waren Pat Russell im Masters 45+ Rennen sowie Tom Burke, Adam York und ich im Elite Rennen am Start. Nach dem Erlebnis vor 2 Jahren als es mir am Freitag abend nach der langen Reise ziemlich dreckig ging hatte ich dieses Mal nur für Samstag und Sonntag gemeldet mit der Option auf einen Start am Freitag, da ausnahmsweise hier auch im Eliterennen noch Nachmeldungen zugelassen wurden.
Zwar überstand ich die Reise ganz gut, entschied mich aber dennoch gegen ein Start am Freitag abend. Daß ich von ganz hinten hätte starten müssen, spielte dabei allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Viel besser wurden nämlich meine Startpositionen an den folgenden Tagen auch nicht, das Losglück hatte ich mal wieder nicht auf meiner Seite. So konnte ich dann aus der Wechselzone als Zuschauer das Rennen beobachten während meine Teamkollegen auf den Plätzen 22 (Tom) und 32 (Adam) einliefen.

Samstag war es deutlich wärmer und die Frage war, kommt der Regen oder kommt er nicht. Während des Rennens der Frauen ging dann auch ein kräftiger Schauer nieder, so daß ich dann letztlich auf Rhinos startete. Als fünftletzter der Startaufstellung konnte ich bereits in den ersten Kurven viele Plätze gutmachen und mich unter die ersten 30 nach vorne schieben. Die Streckenvariante am Samstag hatte einen ganz neuen Anstieg durch den Wald zu bieten und dann die bekannte Zickzackabfahrt vom Mt. Krumpet. Allerdings war diesmal alles gut fahrbar und auch ziemlich griffig. Adam Craig warf sein Bike sogar per Nosewheelie um die Kurven. Nach guter Anfangsphase waren dann irgendwann die Plätze bezogen und ich bewegte mich so um Platz 20 herum. In den letzten paar Runden konnte ich noch ein paar zurückfallende Fahrer einsammeln und befand mich eine Runde vor Schluß in einer Dreiergruppe in der wir um Platz 16 kämpften. Leider war von den anderen beiden keiner an der Tempoarbeit interessiert und mir blieb dann auch keine Wahl als den Sprint von vorne anzuziehen. Das war natürlich bei dem heftigen Gegenwind ein schwieriges bis aussichtsloses Unterfangen und so mußte ich dann beide an mir vorbeiziehen lassen. Platz 18 war aber trotzdem ein gutes Resultat.

Sonntag war erneut mehr Regen angekündigt und erneut ließ er auf sich warten. Die Reifenwahl wurde somit erneut zum einem Glücksspiel und ich entschied mich für die sichere Variante und wählte erneut die Rhinos.
Wieder von ziemlich weit hinten war es erneut ein schweres Stück Arbeit, dazu kam noch, daß an diesem Tag das stärkste Feld des gesamten Wochenendes am Start war, denn dieses Rennen war als C1 ausgeschrieben. Bedingt durch den Streckenverlauf in den ersten Kurven gelang es mir nicht ganz so viele Plätze gutzumachen wie am Vortag, aber bei der ersten Vorbeifahrt an der Wechselzone lag ich etwa auf Platz 30. Mit dem langen Laufanstieg wurde es ein zähes und hartes Rennen, zumal der Anstieg dann noch nicht zu Ende war. Stattdessen galt es dann fahrenderweise noch weiter bis zum höchsten Punkt von Mt. Krumpet zu klettern. Im Verlauf des Rennens entwickelte sich wie in den vergangen Wochen schon öfters wieder mal ein Duell zwischen mir und Rotem Ishay (Boo Bikes). Er ließ es in den technischen Abschnitten immer gut fliegen und driftete die Kurven an. Zwei Runden vor Schluß konnte ich ihn jedoch distanzieren. Eingangs der letzten Runde hatte ich mich an meinen Teamkollegen Tom herangearbeitet, den ich das ganze Rennen über in Sichtweite hatte. Gemeinsam mit Joe Maloney holten wir fast noch einen weiteren Fahrer ein. Zum Überholen reichte es aber nicht und nach einem kleinen Fehler kurz vor dem letzten kurzen Steilanstieg mußte ich dann mit Platz 24 direkt hinter Tom zufrieden sein.

Danach galt es dann noch das Camp abzubauen und dann ging es auf die lange Heimreise. 3.30 Uhr nachts kam ich dann an. Nicht daheim, sondern an der Arbeit wo ich dann nach Duschen und Zähneputzen auch gleich meine Arbeitswoche begann.

 

Derby City Cup

Gute Erinnerungen habe ich an Louisville von der WM, das war eine aufregende Woche. Nicht so toll lief es dagegen beim Derby City Cup vor einem Jahr. Diesmal sollte definitiv eine Steigerung erfolgen. Die Konkurrenz war noch stärker als vor einer Woche in Cincinnati, wirklich alles mit Rang und Namen in den Staaten war am Start.

Wenig Glück hatte ich diesmal bei der Nummernauslosung, Startplatz 53 und 51. Bei schönstem und sonnigem Herbstwetter sollte es ein schnelles Rennen auf einem knochentrockenen Kurs werden. Das hohe Tempo machte natürlich auch das Überholen nicht leichter. Am ersten Tag kam ich eigentlich ganz gut ins Rennen, lang nach einer halben Runde nur 2 Positionen hinter Adam Craig als es in die lange Sandpassage ging. Dort kam ein Fahrer vor mir zu Fall und es gab einen Stau bei dem zu allem Überfluß auch noch einer der nachfolgenden Fahrer in mein Hinterrad fuhr. Also laufen und dabei schnellstmöglich die dabei runtergefallene Kette wieder auflegen um nicht zu sehr den Anschluß zu verlieren. Nach den ersten beiden Runden verlor ich etwas den Anschluß und bildete dann mit Andy Reardon kurzzeitig eine kleine Gruppe. In den letzten 3 Runden konnte ich nochmal etwas Gas geben und ein paar Positionen gutmachen, landete aber mit Platz 31 knapp außerhalb der Preisgeldränge.

Am Sonntag gab es zu Beginn das gleiche Spiel. Als letzter meiner Startreihe hatte ich keine Wahl und mußte ganz innen Aufstellung nehmen. Damit war ich in den ersten beiden Kurven schlecht positioniert und innen eingeklemmt. Auf der Gegengeraden nach dem Start gab es 2 neue Schikanen die auch gleichmal für die ersten Staus sorgten. Damit war der Zeitverlust in der ersten Runde schon ziemlich groß. Als nach ein paar Runden Robert Marion vorbeikam, der in der ersten Runde an einer der Schikanen gestürzt war, klemmte ich mich an sein Hinterrad um mit ihm zusammen die vor uns fahrende Gruppe zu erreichen. Leider konnte ich ihm nur für eine Runde folgen. Während er die Gruppe einholte und mit der Tempoarbeit dort dafür sorgte, daß diese immer weiter von mir wegkam, dümpelte ich im Niemandsland umher. Dabei versuchte ich alles um möglichst mein Tempo hoch zu halten um noch irgendwie ein paar Positionen gutzumachen. Immerhin konnte ich dadurch in den letzten beiden Runden erneut 3 Positionen gutmachen und schließlich das Rennen als 29. beenden.

Zwar waren es nicht die Ergebnisse die ich erhofft hatte, aber im Vergleich zum Vorjahr war doch eine deutliche Steigerung auszumachen und ich konnte auch beide Tage das Rennen in einer Runde mit dem Sieger beenden. Ich habe also weiterhin einiges an Arbeit vor mir um bei solchen schnellen Rennen auf trockenen Kursen konkurrenzfähig zu sein.

 

Cincy3 CX Festival

Nach 2 wettkampffreien Wochenenden inklusive eines dienstlichen Trips ins Heimatland ging der Rennbetrieb mit dem Cincy3 CX Festival weiter.
Freitag ließ ich wie schon im Vorjahr aus, auch um einen Urlaubstag zu sparen. Das erlaubte mir auch erst am Samstag anzureisen, denn das war ein Nachtrennen.
Nach langem Warten gings dann auch los. Eigentlich wars ja schon lange trocken, doch durch die Bikewäsche wurden Teile der Strecke kontinuierlich unter Wasser gesetzt, so dass die Bedingungen sich im Laufe des Tages eher verschlechterten.
Startposition 32 war gar nicht so schlecht bei der Auslosung. Irgendwie hatte ich auch einen guten Start und konnte mich recht weit nach vorne arbeiten. Zeitweise kämpfte ich um Platz 12 und hatte richtig Spaß dabei und lieferte mir mit Josh Johnson ein kleines Duell, er war immerhin im U23 WM Team der Amis. Einzig das kalte Wasser in den Pfützen gefiel meinen Füßen nicht so.
Am Ende landete ich mit Platz 16 knapp ausserhalb der UCI Punkte. Vorher hätte ich nie damit gerechnet, bei einem C1 Rennen um eine Top-15 Position zu kämpfen, zumal eigentlich alles was Rang und Namen hat in den Staaten am Start war.
Nach Saubermachen, Abbauen usw. kamen wir dann so gegen 23 Uhr dort weg. Das ist wirklich der große Nachteil bei Nachtrennen, dass man so spät wegkommt, vor allem wenn am nächsten Tag gleich wieder ein Rennen ansteht.

Sonntag ging es dann weiter mit dem Rennen im Harbin Park. Hier war alles trocken und eine schöne Strecke zurechtgemacht, wenn auch deutlich verändert im Vergleich zum Vorjahr. Mit der Auslosung hatte ich diesmal weniger Glück und fand mich auf Startplatz 53 wieder. Noch schlechter ging es meinem Teamkollegen Adam York mit Position 61, wie er überhaupt an allen Tagen jenseits der 50 starten mußte.
Dann gings los, Start bergauf von hinten, da konnte ich einige Positionen gutmachen, aber bei der ersten Sanddurchfahrt kam ein Fahrer vor mir ins Straucheln und ich mußte ausweichen, so daß ich als Drittletzter da wieder raus kam. In der Folge konnte ich jedoch zügig wieder Positionen gutmachen und mich in die Nähe der Top 20 vorarbeiten. Erneut sammelte ich Josh ein und mit Rotem Ishay bildeten wir für eine Weile eine kleine Dreiergruppe. Ich versuchte darin das Tempo zu machen, konnte die beiden jedoch nicht abschütteln. In den letzten beiden Runden mußte ich für die Anstrengungen bezahlen und konnte nicht mehr mithalten. Dennoch konnte ich mich mit Platz 19 achtbar aus der Affäre ziehen, denn es kamen noch 2 Fahrer von vorne zurück, die wirklich beinahe stillstanden.

Insgesamt ein gutes Wochenende und 2 Ergebnissen in den Top 20 bei Rennen dieses Kalibers bin ich doch sehr zufrieden. So kanns hoffentlich weitergehen.

 


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