Sven Baumann - Radsport on- und offroad

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Willow Time Trial

Nach dem Sieg im vergangen Jahr, wollte ich natuerlich das Ergebnis in diesem Jahr wiederholen. Zum ersten Rennen der Michigan Challenge war die Form sicher noch nicht so gut wie im vergangenen Jahr zur gleichen Zeit, bedingt durch die lange Cross-Saison und den folgenden Motivations-Durchaenger.
Aber dafuer hatte ich materialmaeßig aufgeruestet, dank American Cycle & Fitness stand ich diesmal mit einer echten Zeitfahrmaschine am Start.
Aufrgund der alphabetischen Startreihenfolge "durfte" ich als erster Cat.1/2 Fahrer auf die Strecke. Das stellte sich aber sogar als Vorteil heraus, denn kurz bevor ich meine erste Runde beendete startete Adam York, so daß ich einen guten Orientierungspunkt hatte. 2 Runden brauchte ich um zu ihm aufzuschließen und danach konnte ich das Tempo weiter so halten.
Am Ende reichte es trotz geringerer Durchschnittsleistung als im Vorjahr zum Sieg, und das sogar mit einer Verbesserung meiner Zeit um 54 Sekunden, Endzeit 28:03 min.

 

Louisville Tag 5

Der ungeplant letzte Tag der WM sollte ein actionreicher Tag werden: alle 4 WM Rennen an einem Tag! Das ermöglichte uns aber im Gegenzug noch abends heimzufahren und einen entspannten Sonntag daheim zu verbringen.

Los gings mit den Junioren, wo Mathieu van der Poel (NED) wieder seine gewohnte Ein-Mann-Show abzog. Bei Schnee und gefrorenem Boden war die Art und Weise wie er unterwegs war wirklich beeindruckend. Ebenso sicher auf Platz 2 fuhr Landsmann Martijn Budding.. Pudding in den Beinen hatte der auch nicht. Dahinter gab es einen spannenden Kampf um den letzten Podiumsplatz, in dem Lokalheld Logan Owen knapp den Kürzeren zog gegen Adam Toupalik (CZE).

Im darauffolgenden Rennen der Frauen gab es mit Marianne Vos (NED) und Katie Compton (USA) 2 klare Favoriten. Compton, die ebenso wie ich für das Trek Cyclocross Collective fährt hatte einen schwachen Start und konnte sich erst nach einigen Runden von den restlichen Verfolgern lösen. Zu dem Zeitpunkt war Vos bereits ungefährded auf dem Weg zum Sieg. Großes Pech hatte Katarina Nash (CZE), die eingangs der Zielgerade mit einem Kettenproblem viel Zeit und verlor und damit den dritten Platz knapp Lucie Chainel-Lefevre (FRA) überlassen mußte.

Im Rennen der U23 gab es einen spannenden Kampf zwischen Mike Teunissen (NED) und Wietse Bosmans (BEL). Trotz einen zwischenzeitlichen Sturzes konnte der Holländer wieder zu Bosmans aufschließen und ihn mit einem Angriff eingangs der letzten Runde überraschen. Somit sicherten sich die Niederlande das dritte Gold in Folge, während Bosmans wie im Vorjahr mit Platz 2 vorlieb nehmen mußte. Der letzte Platz auf dem Podium ging an Wout van Aert (BEL). Insgesamt waren nur Belgier und Holländer in den Top 10, die beiden Deutschen belegten Platz 13 (Schweizer) und 16 (Eckmann).

Das Rennen der Elite war mal wieder eine Werbung für den Sport. Anfangs versuchte Francis Mourey (FRA) die favorisierten Belgier unter Druck zu setzen. Aber am Ende ging der Sieg doch wieder ins Mutterland des Cross-Sports. Sven Nys und Klaas Vantornout zeigten eine spannende letzte Runde. Nys bekam ein paar Sekunden Vorsprung, nachdem Vantornout nach der Steintreppe an der Absperrung hängen blieb. Sven nutzte das und behauptete seinen kleinen Vorsprung auch dadurch, daß er die Hindernisse auf dem Rad übersprang. So konnte sich der beste Crosser aller Zeiten endlich den langersehnten 2. WM Titel sichern.

Bilder gibts hier.

 

Louisville Tag 4

This is the day! Heute war nun endlich das große Rennen auf das ich so lange hingearbeitet habe. Wie erwartet war es über Nacht sehr kalt, so daß der Boden komplett geforen war, inkl. aller schlammigen Spuren. Dazu noch eine dünne Schicht Schnee und ein paar gefrorene Pfützen = Eisplatten. Mein Rennen war bereits um 9:30 Uhr morgens, so daß wir schon zeitig an der Strecke waren und ich die Gelegenheit nutzte, die Strecke vor dem ersten Rennen abzufahren. Das größte Problem bestand darin, daß der Schlamm auf den Bremsflanken der Felge gefror und damit ein kontrolliertes Bremse ungemein erschwerte. Vor dem Rennen waren aber beide Bikes wieder top in Ordnung.

Der Start war okay, wenn auch nicht der beste. Wie meistens sortierte ich mich zunächst so um die Positionen 5-6 ein und machte dann in der 2. Hälfte der ersten Runde noch ein paar Plätze und Zeit gut. Vor dem Ende der zweiten Runde konnte ich sogar die Führung übernehmen. Die beiden Verfolger machten in den eisigen, technischen Abschnitten immer etwas Zeit gut, während ich auf den Power-Sektionen stärker war. Bei der zweiten Durchfahrt der Wechselzone in der dritten Runde, geriet sich dann in eine der tiefen Spuren die mich in die Absperrung um über den Lenker katapultierte. Nach dem Crash brauchte ich etwas Zeit um wieder in Gang zu kommen, konnte aber den Abstand wieder etwas verringern bis ich an der kurzen Treppe im hinteren Streckenteil ausrutschte und endgültig den Anschluß verlor. Die letzten eineinhalb Runden versuchte ich einfach nur sauber durchzukommen und den dritten Platz abzusichern. Das gelang mir auch und so muß ich angesichts dieser Umstände damit zufrieden sein. Natürlich wollte ich unbedingt so ein Regenbogentrikot, aber unter diesen Bedingungen war für mich nicht mehr drin.

An großes DANKE möchte ich an diese Stelle allen sagen, die mich so großartig unterstützt haben und ohne die das nicht möglich gewesen wäre: Meine Freundin, meine Familie sowie mein Teamkollegen hier vom Wolverine Sports Club und natürlich das Trek Cyclocross Collective.

Nachmittags standen dann noch die Rennen von Jeff und Pat an. Bis dahin war es schon ein gutes Stück wärmer geworden und die Sonne hatte den Schlamm wieder aufgetaut. Damit war natürlich Chaos und harte Arbeit in der Wechselzone angesagt, denn der Schlamm gefror dann an den Bikes wieder. Unsere beiden Fahrer wechselten jede halbe oder ganze Runde und wir hatten alle Hände voll zu tun die Räder manuell sauber zu bekommen. Denn die Hochdruckreiniger waren den ganzen Tag außer Betrieb, da überraschend das Wasser gefroren war. Da ein paar schlaue Leute das Wasser nicht aus den Leitungen gelassen hatten vor der letzten Nacht gaben die Geräte beim Start am Morgen den Geist auf...

Leider verpaßte ich im Anschluß noch das Podium, weil ich dachte es wäre erst um 17 Uhr statt um 15.30 Uhr. Bei den ständigen Änderungen der Zeitpläne konnte man auch kaum den Überblick behalten. Die Medaille hab ich inzwischen zwar bekommen, mal sehen ob ich morgen die beiden ersten noch zu einem Foto antreffen werde.

Alle Rennen der "richtigen" WM werden am morgigen Samstag stattfinden, weil am Sonntag voraussichtlich der Park überflutet sein wird. Also 4 Rennen morgen, und dann nach Hause. Auch schön, den Sonntag dann daheim verbringen zu können.

 

Louisville Tag 3

Heute stand für mich kein erneutes Schlammbad an, für unser Team war nur der "Chef", Matt Baroli in seinem Finale am Start. Das Wetter war wieder komplett anders, diesmal mit Temperaturen nur um den Gefrierpunkt und gelegentlichen Schneeschauern.

Matt erwischte einen guten Start und konnte sich von Startplatz 42 auf 22 vorarbeiten. Die Bedingungen verlangten auch den Pitcrews alles ab. Der Schlamm gefor bei Stillstand quasi sofort, so daß sich nix mehr bewegte. Außer nach der ersten halben Runde wechselten wir daher jede halbe Runde. Glücklicherweise war Matt langsam genug, daß wir trotz langer Schlangen und Problemen mit der Wasserversorgung ihm jedesmal ein sauberes Bike zur Verfügung stellen konnten. Am Ende kam er als 29. ins Ziel, nach der Vorgeschichte mit Krankheit und schlechter Startposition ein respektables Ergebnis. Pechvogel dieses Rennens war aus meiner Sicht Benny Andersson aus Schweden. Da kommt der arme Kerl aus Schweden bis hierher, gewinnt seinen Qualilauf und liegt auch im Rennen vorne. Aber dann mußte er mangels Ersatzbike einen Fahrer nach dem anderen vorbeiziehen lassen, während sein Rad vor lauter Schlamm immer schwerer wurde. Das zeigt nochmal wie wichtig ein guter Support in diesem Sport ist, vor allem bei diesen Bedingungen.

Nachmittags stand dann ein wenig Radpflege auf dem Programm, inkl. spezieller Vorbereitungen für die zu erwartenden Temperaturen von -10°C morgen früh. Eine Stunde lockeres Fahren draußen kam noch dazu.

Abends sind wir dann nochmals in Galt House um die Startnummern abzuholen. Auf dem Rückweg haben wir noch die Strecke für die Elite Rennen besichtigt. Ein paar Änderungen, teils wetterbedingt gibt es gegenüber dem USGP im November. Aber insgesamt sind die Äußerungen der Profis positiv, es wird ein WM-würdiger Kurs sein.

Bilder gibts hier.

 

Louisville Tag 2

Tag 2 der Masters-WM in Louisville. Für das Wolverine CX Team standen heute die Qualifier für Jeff Weinert, Patrick Russell und mich auf dem Plan. Los gings schon in der Dunkelheit, denn Jeffs Rennen war für 8.30 Uhr angesetzt. Daraus wurde aber nichts, denn nach nächtlichen Tornados und teilweiser Überflutung des Kurses mußten dort noch ein paar Reparaturarbeiten erledigt werden. Die daraus resultierende Verzögerung von 2 Stunden kam mir nicht ganz ungelegen, denn das gab mir mehr Zeit mein Nr. 2 Bike wieder herzurichten. Großen Dank an Matt Shriver von Trek, der mir so schnell einen Ersatz-Schaltauge mitgebracht hat. Derweil holte Jeff mit einem tollen Rennen vom letzten Startplatz Rang 2 und sicherte sich somit einen Start aus der ersten Reihe im Finale. Während ich mein Warmup absolvierte war Pat an der Reihe. Mit Platz 25 verfehlte er die Quali um eine Position und konnte sich dann aber im Hoffnungslauf mit Platz 4 noch die Finalteilnahme sichern.

Nach doppelt zufälliger Startaufstellung (Zufallsnummer gezogen und dann nochmal zufällige Reihenfolge) konnte ich mich glücklich schätzen, daß ich dennoch aus der ersten Reihe starten durfte. Ich kam super von der Linie weg, aber dann zogen doch ein paar Leute vorbei bevors durch ein riesen Wasserloch ging. Spätestens da war alles komplett durch, aber das war ja auch egal. Bei der ersten Durchfahrt der Wechselzone lag ich auf Platz 5 und fand schnell den Anschluß an die Spitze. Bei der zweiten Durchfahrt war ich bereits Zweiter und so ging es auf die zweite Hälfte der Runde. Hier kamen zunächst die Hindernisse und dann noch 2 steile Laufpassagen, verbunden durch zähen, tiefen Schlamm. Nach der Zieldurchfahrt übernahm ich die Führung und versuchte einfach mein Tempo zu fahren. In den überfluteten Passagen war es einfacher durchs tiefe Wasser zu fahren als durch den zähen Schlamm. Ich versuchte einfach geschmeidig zu bleiben und das Rad nicht zu sehr in die Spuren zu zwingen. Am Ende konnte ich dann so nach 2 Runden den Lauf gewinnen und sollte somit am Freitag von der ersten Position aus ins Rennen gehen. Noch ist nichts gewonnen, am Freitag zählts. Drückt mir die Daumen!

 


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