Sven Baumann - Radsport on- und offroad

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Louisville Tag 1

Okay, hier sind wir also. Louisville, Kentucky, Cyclocross Worldchampionships. Los gehts von heute (Dienstag) bis Freitag mit den Master-Rennen. Am Wochenende stehen dann die Rennen zur "richtigen" WM an: Junioren, U23, Frauen und Männer.

Gestern sind wir hier angekommen und haben bereits die Startnummern geholt. Während ich mit Nr. 4 aus der ersten Reihe losfahren kann hatten Jeff Weinert und Matt Baroli Pech und müssen aus der letzten Reihe los. Pat Russell zog Nr. 21 und darf wohl auch aus der ersten Reihe los, denn in seiner Klasse gibt es 3 Läufe.

Heute haben wir zunächst mal den Kurs im Champions Park besichtigt und nachmittags hatte Matt Baroli auch schon sein Quali-Rennen. Nach gerade überstandener Erkältung war Platz 21 das Maximum. Aber in 2 Tagen wird er beim Finale hoffentlich noch etwas besser drauf sein.

Für mich stand heute nur Training auf dem Programm inkl. einer Vorbelastung für meine Quali morgen. Unterwegs sind mir auch schon Kevin Pauwels und Klaas Vantornout begegnet. Die Elite WM ist übrigens nicht auf dem gleichen Kurs, sondern im Eva Bandman Park, wo sich ein permanenter CX Kurs befindet und wir beim USGP im November schon waren.

Die zwei Runden auf der Strecke waren für mich wenig aussagekräftig, denn morgen sollen die Bedingungen mit Wind und Regen eh wieder komplett anders sein. Eigentlich wollte ich mal eine Runde mit meiner GoPro Kamera aufnehmen, aber leider war die Batterie leer... Vielleicht klappts die Tage ja mal. Eine Runde von mir vom USGP im November (wie gesagt anderer Kurs) gibts auf Youtube.

 

Kings Cross [26.01.2013]

Nachdem ich beim Chicago Cup nicht am Start war, sollte Kings Cross mein erster Wettkampf seit dem State Championship Rennen werden. Als letztes Rennen vor der WM diente es auch den Profis als finale Standortbestimmung und war daher obwohl "nur" C2 sehr gut besetzt. Wann werde ich jemals nochmal die Gelegenheit haben mit dem amtierenden Weltmeister in einem Rennen zu starten?

Zum Rennen selbst: Mein Start war gut, ich konnte von Position 37 mich schnell nach vorne arbeiten und bewegte mich schnell im Bereich Top-20. Dabei ließ ich auch Berühmtheiten wie Alexander Revell schnell hinter mir und kämpfte dann in einer Gruppe mit u.a. Craig Ritchey, der für Kanada bei der Elite WM starten wird.

In der 4. Runde hatte sich dann genug Schlamm an meinem Rad angesammelt, daß ich es wechselte.  Knapp eine Runde später passierte dann jedoch das Desaster. Aus nicht ganz geklärten Gründen zerriss es mir das Schaltwerk eingangs der Zielgerade. Also Rad schultern und laufen. Das war aber ein weiter Weg bis in die Wechselzone und ich verlor entsprechend viel Zeit und Positionen. Als ich endlich wieder auf dem Rad war, war auch Niels nicht mehr fern und so war mein Rennen war somit vorbei. Niels Albert gewann dann auch relativ locker vor seinem Teamkollegen Wietse Bosmans und Jeremy Powers.

Fazit für mich: leider kein Ergebnis, aber viel Arbeit mit Radpflege und Reparatur. Aber die Form scheint zu stimmen und das stimmt mich zuversichtlich für die nächste Woche.

 

Michigan CX State Championship

Wow, was für ein Rennen! Das Michigan CX State Championship Rennen in der Elite war das wohl aufregendste Rennen für mich überhaupt. Und auch die Zuschauer hatten ihre Freude daran.
Eine neue und eigentlich recht gute Strecke im Addison Oaks County Park, wo ich auch oft meine Runden auf dem Mountainbike drehe. Der Regen in der Nacht zuvor weichte die Strecke nur ein wenig auf, insgesamt gab es eigentlich nur 2 schlammige Stellen.
Nach dem Start sortierte ich mich zunächst an vierter Stelle ein, aber sobald Mark Paramalee die Führung übernahm musste ich ihm folgen, denn ihn konnte ich auf keinen Fall davonfahren lassen. So blieb ich die ersten Runden an seinem Hinterrad, während sich bereits eine Lücke zum Rest des Feldes auftat.
In der dritten Runde legte ich dann einen spektakulären Abflug im Sand hin, als ich in die Absperrung geriet und über den Lenker flog. Danach war vorne und hinten die Kette irgendwo, nur nicht wo sie normalerweise hingehört. Bis ich das wieder sortiert hatte und Fahrt aufnehmen konnte, war ich bereits auf Platz 8 zurückgefallen. Innerhalb von einer Runde konnte ich mich bereits wieder auf Platz 3 nach vorne arbeiten. Dann musste ich die verbleibende Lücke mit etwas konstanterer Pace anstatt mit Gewalt im Hauruck-Verfahren zufahren, um nicht komplett blau zu gehen.
Ich holte Tom Burke ein und konnte ihn im technischen Teil relativ schnell hinter mir lassen und schloss eine halbe Runde später auch zu Mark auf. Einmal in Schwung übernahm ich auch gleichmal die Führung, allerdings nicht für lange, denn ein erneuter Ausrutscher warf mich wieder etwas zurück. Mit Tom gemeinsam schloss ich die Lücke erneut, aber Mark behielt alles unter Kontrolle und blieb in Führung. Mal mehr, mal weniger direkt am Hinterrad der beiden ging es dann in die Schlussphase. In der letzten halben Runde versuchte Tom noch ein paar Attacken, kam jedoch nicht weg. So musste die Entscheidung auf dem letzten Kilometer fallen. Ich war in der ungünstigen dritten Position in einer der schlammigen Kurven wo ich eigentlich Vorteile gegenüber den anderen beiden hatte, diese jedoch nicht nutzen konnte.
Noch einmal die Wiese hoch und über die Hindernisse. Zu dritt nebeneinander sprangen wir wieder auf die Räder und dann gabs nur noch Vollgas bis zur letzen Kurve. Da konnte ich Mark hinter mir lassen und Tom war zu diesem Zeitpunkt erledigt. Sauber um die letzte 180 Grad Kurve und noch bis ins Ziel sprinten und da konnte ich über den erneuten Sieg jubeln. Eine knappe Angelegenheit wars allemal und jeder von uns dreien hätte den Sieg verdient gehabt. Aber so konnte ich den Pokal wieder mit nach Hause nehmen da darf er nun für ein weiteres Jahr bleiben. Und die Gesamtwertung konnte ich ebenfalls für das zweite Jahr in Folge für mich entscheiden.

Danke an alle Zuschauer fuer die Anfeuerung und gute Stimmung sowie an mein Team Wolverine Racing und das Trek Cyclocross Collective für die geniale Unterstuetzung in dieser Cross-Saison! Noch ist es nicht vorbei...

 

John Bryan OVCX

Da das letzte Update hier nun schon eine Weile her ist, will ich erstmal kurz das Geschehen der letzten Wochen zusammenfassen.
Eine Woche nach dem Cincy3 Cyclocross Festival gings erneut Richtung Sueden, bis nach Louisville, Kentucky. Ja, genau da wo 2013 die WM stattfindet. Auf dem WM Kurs standen die Laeufe 5 und 6 zum USGP auf dem Plan.
Am ersten Tag gabs in der Sandpassage in der ersten Runde eine Kollision in deren Folge ich mein Rad wechseln musste und zwischenzeitlich nur auf dem vorletzten Platz war. Am Ende konnte ich mit Platz 40 noch ein einigermassen respektables Ergebnis im Feld der ueber 80 Starter erzielen, allerdings wurde ich zum ersten Mal bei einem Crossrennen in den USA ueberrundet.
Sonntags gings beim C1 Rennen auf leicht veraenderter Strecke eigentlich gefuehlt besser, was sich allerdings in der Platzierung nicht widerspiegelte. Ein Platten in der vorletzten Runde sorgte mit zusaetzlichem Zeitverlust dafuer, dass ich die letzte Runde nicht mehr in Angriff nehmen durfte. Platz 48 war das nicht zufriedenstellende Ergebnis.
Zwei Wochen spaeter beim lokalen Tailwind Rennen in Waterford war ich gesundheitlich etwas angeschlagen und konnte nur Platz 2 belegen, auch mit ziemlich grossem Abstand zum Sieger. Tag 2 dieser Veranstaltung liess ich daher aus.

Am vergangenen Wochenende gings dann zum 12. Rennen der OVCX Serie in Yellow Springs, OH. OVCX bedeutet meistens ein grosses und gut besetztes Starterfeld. Das Wetter war wesentlich waermer als in Michigan und der angekuendigte Regen beschraenkte sich auf ein paar wenige Schauer. Damit war es zwar kein Mudfest, aber die Ideallinie war dennoch schlammig genug und das Zeug hat auch ganz gut Reifen und Schuhprofil zugesetzt.
Trotz zeitiger Anmeldung durfte ich erst in der 4. Reihe Aufstellung nehmen. Der Fahrer direkt vor mir verfehlte beim Start sein Pedal, so dass auch mein Start entsprechend bescheiden ausfiel. Die erste Haelfte der Runde gestaltete sich das Ueberholen recht schwierig, aber ich versuchte geduldig zu sein und konnte mich so durchs Feld arbeiten.
Die Spitzengruppe blieb in Sicht und am Ende der zweiten Runde hatte ich zu den fuehrenden 5 Fahrern aufgeschlossen. Waehrend sich die Spitzengruppe aufloeste blieb ich an den beiden Fuehrenden dran und konnte erstmal durchschnaufen. Danach uebernahm ich dann das Kommando. Zunaechst musste Junior Spencer Petrov abreissen lassen, aber scheinbar faehrt er sowieso seiner "normalen" Renndauer entsprechend nur 40 min. Vollgas. Der andere Kollege war etwas hartnaeckiger, aber 2 Runden vor Schluss konnte ich auch ihn distanzieren. In der letzten Runde baute ich den Vorsprung dann auf 40 Sekunden aus und konnte damit zu einem recht ungefaehrdeten Sieg fahren.

Ein großes Danke an das Trek Cyclocross Collective und das Wolverine Racing Team. Besonderen Dank an Matt, der die Fahrerei uebernahm wodurch unterwegs ein Nickerchen machen konnte.

 

Cincy 3 (-1) Cyclocross festival

Langsam wird es schwierig immer aktuell zu bleiben, denn das naechste grosse Rennwochenende steht bereits vor der Tuer.
Am vergangenen Wochenende fand das Cyclocross Festival in Cincinnati statt, 3 Rennen mit UCI Kategorie C2 und C1. Wir waren nur Samstag und Sonntag am Start. Der Samstag war mit Anreise und einem Nachtrennen um 20.10 Uhr ein sehr langer Tag. Nachdem wir ankamen verschlechterte sich das Wetter zusehends. Im Rennen der Masters begann es zu regnen und bevor das Elite Rennen startete war der ganze Kurs bereits in ein ordentliches Schlammfeld verwandelt. Schon nach dem Erkunden der Strecke war daher auch ordentlich eingesaut.

Mein Start war nicht gerade super, aber die erste Haelfte von Runde eins war richtig gut und ich war bereits in der Naehe der Top-Ten, nur 2 Positionen hinter dem spaeteren Sieger Ryan Trebon. Leider uebertrieb ich es kurz danach beim Versuch 3 Konkurrenten auf einmal zu ueberholen und legte mich in den Schlamm, dabei fiel einer der anderen Fahrer auf mich drauf wodurch sich irgendwie der hintere Bremszug aushaengte. Das merkte ich natuerlich erst als ich das naechste Mal in die Bremse griff und fuhr mangels Bremswirkung beinahe noch meinem Teamkollegen Danny Gerow ins Hinterrad. Also stoppen und Bremse in Ordnung bringen. Das erwies sich mit Handschuhen als nicht so einfache Uebung. Irgendwann war ich aber wieder in Schwung und konnte zunaechst wieder einige Plaetze gut machen. Besonders gut fuehlten sich die Beine nicht an und im letzten Renndrittel ging es wieder etwas zurueck. Als letzter Fahrer wurde ich nicht vom Fuehrenden ueberrundet, was aber auch bedeutete dass ich als allerletzter ins Ziel kam. Platz 18 ist aber so schlecht auch wieder nicht. Irgendwas haben sie da bei der Berechnung der Rundenzahl falsch gemacht, denn auch die Spitze war deutlich ueber eine Stunde unterwegs. Und fuer mich waren 1.15 Stunden unter den Bedingungen schon ziemlich hart.

Sonntags stand dann bei gluecklicherweise gutem Wetter das C1 Rennen im Harbin Park auf dem Programm. Ein schoener Kurs aber auch konditionell ziemlich hart weil mit vielen Anstiegen gespickt. Start war mittelmaessig, ich brauchte ein wenig bis die Beine so richtig in Gang kamen. Die Anstrengung des Vortages war definitiv noch zu spueren. Im grossen und ganzen war das Rennen wenig ereignisreich. Die meiste Zeit war ich in einen Kampf um die letzten Top-20 Platz. Mal war ich knapp dran an Mark Parmalee, mal war ich wieder 10 Sekunden dahinter. Am Ende kam ich knapp dahinter auf Platz 21 ins Ziel, mein bestes Ergebnis bei einem C1 Rennen. Insgesamt wars ein gutes Rennen, wenn auch einige Fehler dabei waren.

 


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