Sven Baumann - Radsport on- und offroad

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Derby City Cup

Gute Erinnerungen habe ich an Louisville von der WM, das war eine aufregende Woche. Nicht so toll lief es dagegen beim Derby City Cup vor einem Jahr. Diesmal sollte definitiv eine Steigerung erfolgen. Die Konkurrenz war noch stärker als vor einer Woche in Cincinnati, wirklich alles mit Rang und Namen in den Staaten war am Start.

Wenig Glück hatte ich diesmal bei der Nummernauslosung, Startplatz 53 und 51. Bei schönstem und sonnigem Herbstwetter sollte es ein schnelles Rennen auf einem knochentrockenen Kurs werden. Das hohe Tempo machte natürlich auch das Überholen nicht leichter. Am ersten Tag kam ich eigentlich ganz gut ins Rennen, lang nach einer halben Runde nur 2 Positionen hinter Adam Craig als es in die lange Sandpassage ging. Dort kam ein Fahrer vor mir zu Fall und es gab einen Stau bei dem zu allem Überfluß auch noch einer der nachfolgenden Fahrer in mein Hinterrad fuhr. Also laufen und dabei schnellstmöglich die dabei runtergefallene Kette wieder auflegen um nicht zu sehr den Anschluß zu verlieren. Nach den ersten beiden Runden verlor ich etwas den Anschluß und bildete dann mit Andy Reardon kurzzeitig eine kleine Gruppe. In den letzten 3 Runden konnte ich nochmal etwas Gas geben und ein paar Positionen gutmachen, landete aber mit Platz 31 knapp außerhalb der Preisgeldränge.

Am Sonntag gab es zu Beginn das gleiche Spiel. Als letzter meiner Startreihe hatte ich keine Wahl und mußte ganz innen Aufstellung nehmen. Damit war ich in den ersten beiden Kurven schlecht positioniert und innen eingeklemmt. Auf der Gegengeraden nach dem Start gab es 2 neue Schikanen die auch gleichmal für die ersten Staus sorgten. Damit war der Zeitverlust in der ersten Runde schon ziemlich groß. Als nach ein paar Runden Robert Marion vorbeikam, der in der ersten Runde an einer der Schikanen gestürzt war, klemmte ich mich an sein Hinterrad um mit ihm zusammen die vor uns fahrende Gruppe zu erreichen. Leider konnte ich ihm nur für eine Runde folgen. Während er die Gruppe einholte und mit der Tempoarbeit dort dafür sorgte, daß diese immer weiter von mir wegkam, dümpelte ich im Niemandsland umher. Dabei versuchte ich alles um möglichst mein Tempo hoch zu halten um noch irgendwie ein paar Positionen gutzumachen. Immerhin konnte ich dadurch in den letzten beiden Runden erneut 3 Positionen gutmachen und schließlich das Rennen als 29. beenden.

Zwar waren es nicht die Ergebnisse die ich erhofft hatte, aber im Vergleich zum Vorjahr war doch eine deutliche Steigerung auszumachen und ich konnte auch beide Tage das Rennen in einer Runde mit dem Sieger beenden. Ich habe also weiterhin einiges an Arbeit vor mir um bei solchen schnellen Rennen auf trockenen Kursen konkurrenzfähig zu sein.

 

Cincy3 CX Festival

Nach 2 wettkampffreien Wochenenden inklusive eines dienstlichen Trips ins Heimatland ging der Rennbetrieb mit dem Cincy3 CX Festival weiter.
Freitag ließ ich wie schon im Vorjahr aus, auch um einen Urlaubstag zu sparen. Das erlaubte mir auch erst am Samstag anzureisen, denn das war ein Nachtrennen.
Nach langem Warten gings dann auch los. Eigentlich wars ja schon lange trocken, doch durch die Bikewäsche wurden Teile der Strecke kontinuierlich unter Wasser gesetzt, so dass die Bedingungen sich im Laufe des Tages eher verschlechterten.
Startposition 32 war gar nicht so schlecht bei der Auslosung. Irgendwie hatte ich auch einen guten Start und konnte mich recht weit nach vorne arbeiten. Zeitweise kämpfte ich um Platz 12 und hatte richtig Spaß dabei und lieferte mir mit Josh Johnson ein kleines Duell, er war immerhin im U23 WM Team der Amis. Einzig das kalte Wasser in den Pfützen gefiel meinen Füßen nicht so.
Am Ende landete ich mit Platz 16 knapp ausserhalb der UCI Punkte. Vorher hätte ich nie damit gerechnet, bei einem C1 Rennen um eine Top-15 Position zu kämpfen, zumal eigentlich alles was Rang und Namen hat in den Staaten am Start war.
Nach Saubermachen, Abbauen usw. kamen wir dann so gegen 23 Uhr dort weg. Das ist wirklich der große Nachteil bei Nachtrennen, dass man so spät wegkommt, vor allem wenn am nächsten Tag gleich wieder ein Rennen ansteht.

Sonntag ging es dann weiter mit dem Rennen im Harbin Park. Hier war alles trocken und eine schöne Strecke zurechtgemacht, wenn auch deutlich verändert im Vergleich zum Vorjahr. Mit der Auslosung hatte ich diesmal weniger Glück und fand mich auf Startplatz 53 wieder. Noch schlechter ging es meinem Teamkollegen Adam York mit Position 61, wie er überhaupt an allen Tagen jenseits der 50 starten mußte.
Dann gings los, Start bergauf von hinten, da konnte ich einige Positionen gutmachen, aber bei der ersten Sanddurchfahrt kam ein Fahrer vor mir ins Straucheln und ich mußte ausweichen, so daß ich als Drittletzter da wieder raus kam. In der Folge konnte ich jedoch zügig wieder Positionen gutmachen und mich in die Nähe der Top 20 vorarbeiten. Erneut sammelte ich Josh ein und mit Rotem Ishay bildeten wir für eine Weile eine kleine Dreiergruppe. Ich versuchte darin das Tempo zu machen, konnte die beiden jedoch nicht abschütteln. In den letzten beiden Runden mußte ich für die Anstrengungen bezahlen und konnte nicht mehr mithalten. Dennoch konnte ich mich mit Platz 19 achtbar aus der Affäre ziehen, denn es kamen noch 2 Fahrer von vorne zurück, die wirklich beinahe stillstanden.

Insgesamt ein gutes Wochenende und 2 Ergebnissen in den Top 20 bei Rennen dieses Kalibers bin ich doch sehr zufrieden. So kanns hoffentlich weitergehen.

 

OVCX #4: Caesars Ford

Das 4. Rennen Ohio Vallley Cyclocross Serie war das erste bei dem ich die Strecke bzw. die Gegebenheiten schon kannte, denn hier war ich bereits im Vorjahr am Start. Die Streckenführung war etwas abgeändert, aber der grundlegende Charakter war der gleiche, nur waren die einzelnen Sektionen anders miteinander verbunden. Trotz schönem Wetter und trockenem Untergrund war die Strecke nicht besonders schnell. Irgendwie saugt einem hier der Untergrund immer ordentlich die Kraft aus den Beinen.

Am Start durfte ich in der ersten Reihe Aufstellung nehmen, während mein Gegner vom letzten Wochenende, Ryan Knapp aus der 4. Reihe starten mußte. Daher lautete die Devise vom Start weg richtig Gas geben um ihm das Leben so schwer wie möglich zu machen. Nach nicht idealem Start konnte ich mich dennoch nach den ersten paar Kurven an dritter Stelle einsortieren und nach weniger als einer halben Runde übernahm ich die Spitze und ging direkt auf vollen Angriff. Ryan sah die Gefahr und reagierte prompt. Nach 2 Runden war er an meinem Hinterrad. Kurz darauf startete er seine erste Attacke, die ich jedoch kontern konnte, wenn auch mit etwas Mühe. Nicht lange danach blieb er mit dem Pedal an einem der Absperrungspfosten hängen und ging zu Boden. Dadurch übernahm ich erneut die Führung und versuchte die entstandene Lücke zu nutzen. Langsam aber stetig arbeitete sich Ryan jedoch wieder zurück an mein Hinterrad. 3 Runden vor Schluß folgte eine erneute Attacke von ihm und diesmal konnte ich nicht ganz folgen. In den verbleibenden Runden vergrößerte sich der Abstand um jeweils etwa 10 Sekunden pro Runde und ich mußte mich am Ende erneut mit Platz 2 zufrieden geben.

Zufrieden mit meiner Leistung war ich dennoch, denn ich habe alles versucht um ihn unter Druck zu setzen und machte auch sonst keinerlei Fehler. Ich mußte einfach klar anerkennen, daß der Stärkere gewonnen hat. Aber ich werde nicht aufgeben und weiterhin meine Chance suchen Ryan Knapp zu bezwingen.

Das gute Teamergebnis für Wolverine Racing wurde durch Adam York und Jeff Weinert auf den Plätzen 4 und 5 komplettiert, wobei Pony auch den Sieg in der Masters 35+ Kategorie holte.

Highlights Video by dirtwire.tv
Interview by dirtwire.tv

 

Schlammbad und Flussbad - OVCX #2 & #3

Nachdem ich in der vergangenen Woche alles Hände voll zu tun hatte um meine Bikes wieder auf Vordermann zu bringen, kommt nun hier die Zusammenfassung der letzten beiden OVCX Rennen.
Vor einer Woche traten wir erneut die Reise nach Indianapolis an zum 2. Lauf der Ohio Valley Cyclocross Serie. Regen in der Nacht und während der meisten Zeit des Tages sorgte dafür, daß das St. Mary's CX Rennen die erste richtige Schlammschlacht des Jahres wurde.
Mein Start war nicht gerade besonders und die Beine waren einfach nicht da so daß ich in der Anfangszeit immer mehr Zeit und Plätze verlor. Kurz nachdem mich mein Teamkollege Tom passiert hatte, riß an meinem Rad die Schaltung ab. Nach langem Lauf zur Wechselzone war ich ziemlich kaputt und verlor noch weitere 2 Plätze während ich mich davon erholen mußte. Zum Ende des Rennens konnte ich dann jedoch wieder einiges gutmachen und erreichte das Ziel als 9.
Nicht gerade das was ich mir vom ersten Schlammrennen erwartet hatte und dazu noch viel Arbeit die Räder wieder herzurichten.

Am vergangenen Wochenende stand dann der 3. Lauf in Cincinnati auf dem Plan. Erneuter nächtlicher Regen verwandelte die Strecke in ein weiteres Schlammbad. In der ersten Runde konnte ich mich nach erneut mäßigem Start auf Platz 2 vorarbeiten und eine Runde später holte ich den Führenden Ryan Knapp ein, als dieser in der ersten Schikane nach der Zieldurchfahrt einen Fehler machte. Ich übernahm zunächst die Führung und konnte eine kleine Lücke herausfahren. Eine Runde später kam ich an besagter Schikane beinahe selbst zu Fall. In der Folge entwickelte sich ein spannender Kampf zwischen uns beiden in dessen Folge der Rest des Feldes weit distanziert wurde.
In der vorletzten Runde kam dann eine Attacke von Ryan der ich nicht viel entgegenzusetzen hatte. Da er aber nicht genau wußte ob es die letzte oder vorletzte Runde war hatte ich noch die Hoffnung, daß er vielleicht zu früh angegriffen hatte und nicht bis zum Ziel dieses Tempo würde durchhalten können. Dazu hatte Ryan eingangs der letzten Runde noch einen Platten. Zwar war die Wechselzone nicht weit, aber sein Rad war nicht fertig. Das erlaubte mir nochmal bis auf 5 Sekunden heranzukommen, aber um ihn wirklich nochmal gefährden zu können reichte es nicht. So kam ich als knapp geschlagener Zweiter ins Ziel, eine deutliche Verbesserung gegenüber der letzten Woche und auch das Material hielt diesmal perfekt durch.
Einen großen Dank auch an die Pitcrew von Wolverine Racing mit Matt und Kat, die mich regelmäßig wieder mit einem sauberen und mit Progold frisch geschmiertem Fahrrad versorgten. Ein solcher Support ist nicht zu unterschätzen bei solchen Rennbedingungen und letzte Woche habe ich gelernt, daß man lieber öfters wechseln sollte als man denkt um die Defektgefahr aufgrund des Schlammes zu verringern.
Nach der Zieldurchfahrt gabs dann ein Bad im nahegelegenen Bach um den größten Dreck abzuspülen. Bei den Temperaturen nicht mal unangenehm und außerdem soll das ja gut sein fuer die Regeneration...

Video Highlights from dirtwire.tv

 

Waterford Hills Double Cross

Die Doppelveranstaltung in Waterford fand dieses Mal wieder zu Beginn der Saison im September statt. Die Strecke war identisch mit der vom letzten Jahr, die Bedingungen war trocken, aber wenigstens gab es in der Nacht zuvor einigen Regen, so daß es nicht allzu staubig zu werden drohte.

Mein Rennen begann mit einem mäßigen Start, aber ich konnte mich trotzdem in der ersten Runde der Spitzengruppe anschließen. Darin waren meine Teamkollegen Jeff Weinert und Adam York sowie Scott Hoffner (Priority Health). Also 3 Wolverines gegen einen. Nach 3 Runden hab ich dann Gas gegeben und konnte mit Adam zusammen eine Lücke auf die anderen beiden rausfahren. Wir haben dann auch gut zusammengearbeitet. 2 Runden vor Schluß hab ich dann nochmal das Tempo erhöht und in der letzten Runde konnte ich dann eine Lücke auf Adam rausfahren und er hats dann auch eingesehen...
Dann gabs noch einen packenden Sprint zwischen Scott und Jeff, der damit das Podium für unser Team komplettiert hat.

Am Sonntag war die Strecke die gleiche wie am Vortag, nur in die Gegenrichtung zu befahren und wiederum etwas trockener. Start war ganz gut, es waren wieder die gleichen üblichen Verdächtigen vorne. In der 2. Runde habe ich dann mal eine Attacke gesetzt, da waren wir dann nur noch zu dritt vorne. Adam York, Scott Hoffner und ich. Jeff ist an den Hindernissen gestürtzt im anfänglichen Getümmel und hat sich einen Finger ausgekugelt und anschließend selbst wieder eingerenkt. Danach entwickelte sich ein taktisches Rennen in dem immer wieder attackiert wurde, aber keiner wegkam. Mit 3 Runden zu fahren starte Scott eine Attacke die ihm eine kleine Lücke einbrachte. Aber als der kurz danach zu Boden ging, konnten Adam und ich davon profitieren und gaben alles um eine Lücke aufzumachen. Das gelang auch und wir konnten den letzten verbliebenen Gegner loswerden. Die letzten beiden Runden fuhr ich von vorn und Adam konnte nur geradeso dranbleiben. Letztlich konnte ich am Ende erneut gewinnen und wir machten den zweiten Doppelsieg für das Wolverine Racing CX Team an diesem Wochenende perfekt.

 


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