Sven Baumann - Radsport on- und offroad

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Deutsche Meisterschaft MTB Marathon

Nach langem Überlegen entschied ich mich, doch an der Marathon DM im hessischen Biebertal teilzunehmen und das Ganze mit einem Wochenende bei meiner Schwester in Fulda zu verbinden. Nachdem es am Samstag den ganzen Tag geregnet hatte, erwartete ich eine total aufgeweichte Strecke. Aber offenbar hatte es am Dünsberg kaum geregnet und so war die Strecke in einem tollen Zustand.

Nach dem Start brauchte ich erstmal einige Kilometer um auf Betriebstemperatur zu kommen und mich im Feld der rund 170 Fahrer nach vorne zu arbeiten. Als es zum erstem Mal auf die Trails ging war ich vielleicht an 30-40 Position, in unmittelbarer Gesellschaft von Michael Schuchardt. Nach diesem Trailabschnitt war dann die Spitze auch beinahe außer Sichtweite aber ich befand mich in einer guten Verfolgergruppe. Bereits nach einer Rennstunde fühlte ich mich ziemlich kaputt und wußte zu diesem Zeitpunkt nicht, wie ich das Rennen überhaupt durchstehen sollte. Bei der ersten steilen Auffahrt zum Dünsberg teilte sich unsere Gruppe und ich befand mich mit 5 weiteren Fahrern in der zweiten Hälfte. So fuhren wir auch die erste Runde zu Ende, und ich versuchte mit regelmäßigem Essen und Trinken doch noch irgendwie ein paar Energiereserven zu erschließen.

Auf der zweiten Runde konnte ich dann auch zunächst viel Tempoarbeit in unserer Gruppe übernehmen und mich schließlich aus dieser absetzen. Nachdem ich Micha (und seine Begleiterin Sabine Spitz) wieder eingeholt hatte gab ich weiter Gas und konnte mich auch immer weiter nach vorne arbeiten. Auf den letzten 10 km bekam ich Platz 12 angesagt und von da an gab es nur noch ein Ziel: Vollgas um noch in die Top-Ten zu kommen. So konnte ich nach und nach weitere zurückfallende Fahrer ein- und überholen und rollte schließlich als 9. in der Eliteklasse übers Ziel. Vor dem Rennen hatte ich eigentlich kein wirklich konkretes Ziel vor Augen, hoffte vielleicht auf einen Platz unter den ersten Zwanzig. Am Ende aber in den Top-Ten bei einer Deutschen Meisterschaft zu sein, das war mehr als ich träumen konnte und dementsprechend war ich auch ein bißchen stolz auf meine Leistung.

 

LVM MTB Marathon [12.09.2010]

Eigentlich wollte ich ja vor der Landesmeisterschaft nochmal den einen oder anderen weiteren MTB-Marathon fahren, aber das hat aus verschiedenen Gründen nich geklappt und so war der Apolder MTB-Marathon mein erstes richtiges MTB Rennen seit dem Iceman 2008.

Als Favoriten galten für mich der Titelverteidiger Christian Kreuchler und Michael Schuchardt. Christian machte auch gleich zu Beginn richtig Druck, so dass wir schon an der ersten Verpflegung als Dreiergruppe deutlich in Front lagen. Auf der schnellen und technisch wenig anspruchsvollen Strecke konnte ich immer wieder die Vorzüge meines Big-Bikes nutzen und ich den schnellen Kurven und Abfahrten der Konkurrenz einige Meter abnehmen. Kurz vor Ende der ersten von drei Runden hatte Christian dann leider einen Defekt und musste das Rennen beenden. Schuchi und ich wechselten uns gut ab und so konnten wir unseren Vorsprung kontinuierlich ausbauen. So legten wir fast das komplette Rennen gemeinsam zurück und die Entscheidung mussten auf den letzten Kilometern fallen. Etwa 5 km vor dem Ziel prüfte ich mit einer etwas halbherzigen Attacke an einem Schotteranstieg meinen Gegner, der sich jedoch so einfach nicht abschütteln ließ. Am letzten Wiesenanstieg versuchte Michael dann seinerseits mich loszuwerden. Ich blieb jedoch dran und attackierte ihn dann über die Kuppe hinweg. Damit konnte ich ihm ein paar Meter abnehmen und ließ ich auch auf der verbleibenden Strecke über die Wiesentrails nicht mehr herankommen.

Mit 12 Sekunden Vorsprung überquerte ich die Ziellinie und konnte damit nach 3 Jahren wieder mal einen MTB Marathon gewinnen und mir zugleich den Thüringer Landesmeistertitel in dieser Disziplin holen. Während wir als Spitzenduo die 75 km in 2:57 Std. absolvierten (Schnitt 25,3 km/h) hatte der drittplazierte Matej Meyer bereits über 9 min. Rückstand.

 

Kriterium Meiningen [29.08.2010]

Mein Quasi-Heimrennen fand erneut auf einem anspruchsvollen, welligen Kurs in Dreißigacker bei Meiningen statt. Wind, Kälte und Regen begrüßten die ca. 20 Starter des KT/ABC-Rennens. Freundlicherweise wurde das Rennen auch aufgrund eines pünktlich zum Start einsetzenden Regenschauers von 70 auf 50 Runden verkürzt.

Zu Beginn fand ich mich auf der nassen Straße gut zurecht und konnte gleich bei der ersten Wertung zwei Punkte holen, während hinter mir ein Kollege die Zielkurve unterschätzte und eine Asphaltprobe nahm. Darauf hin konnte ich mich mit einer 4-köpfigen Spitzengruppe absetzen und wir machten fortan alle weiteren Wertungen unter uns aus. Meine Taktik war, in den Wertungsrunden immer als erster um die Zielkurve zu fahren, was auch ganz gut klappte. Allerdings wurde ich dabei einige Male knapp von Fabian Holzmeier überspurtet.

Nachdem die Strecke abgetrocknet war gelang das nicht mehr ganz so gut und ich musste mich einige Male mit Platz 3 bei den Wertungen begnügen. Dadurch gelang es Friedrich Meingast mich nach Punkten einzuholen. Der vierte Mann, Nils Bräutigam, sorgte zwar immer ordentlich fürs Tempo, konnte allerdings bei den Wertungen nicht entscheidend eingreifen, so dass wir gemeinsam versuchten die beiden anderen irgendwie auszutricksen und ihnen die Punkte abzuknöpfen. Allerdings nur mit mäßigem Erfolg.

Etwa 4 Runden vor Schluß hatten wir das Hauptfeld wieder auf Sichtweite und in diesem Moment gelang Meingast mit einer taktischen Meisterleistung die Vorentscheidung. Mit einer ordentlichen Attacke sprang er hin ins Feld und sorgte dort mit seinen Kollegen vom Team Marinbikes fürs Tempo, so daß Holzmeier und ich nicht mehr herankamen. Damit gelang ihm als einzigem der Rundengewinn und damit sicherte er sich den Sieg. Mir blieb wenigsten noch der 3. Platz auf dem Podium und das war eigentlich das Optimum, was ich aus der Situation herausholen konnte.

 

Tour, Fuji, Offroad-Fun!

Blick über den Krater zum höchsten Punkt auf dem Mount Fuji

Nachdem der letzte Eintrag schon eine ganze Weile her ist, wird langsam mal wieder Zeit für ein kleines Update. Zwar war rennmäßig nicht viel mit mir los, aber dafür gibts einige andere Sachen zu berichten.

Letztes wirklich ernsthaftes Rennen war ein Wochenende Anfang Juli in Werneck, Hitzeschlacht bei 37°C. Mit den Plätzen 34 und 40 war ich bei den beiden Rennen überhaupt nicht bei der Musik. Danach gings dann in Richtung Alpen um dort mit meinem Freund Joe die Tour der Franzosen zu besuchen. Viel vom Rennen haben wir zwar nicht gesehen, aber dafür einige Pässe gefahren und auch sonst viel Spaß gehabt.

Kurz danach "durfte" ich dann beruflich mal wieder nach Japan. Während die Wochentage erwartungsgemäß lang und arbeitsreich waren, konnte ich mir am Wochenende mit der Besteigung des Mount Fuji ein echtes Highlight gönnen. Dank der Hilfsbereitschaft eines japanischen Kollegen fand ich mit passender Zug- und Busverbindung den Weg zum Fuji-san. Subashiri Trail von der 5. Station zum Gipfel war der Plan, der jedoch zeitlich ziemlich knapp bemessen war. Insgesamt 7:50 Std. Gehzeit für Auf- und Abstieg waren angegeben und Zeit zwischen Ankunft des ersten und Abfahrt des letzten Busses beträgt 8:10 Std. Also zügig losgestapft, mal sehen wie weit ich komme. Offenbar waren die Gehzeiten jedoch für kurzbeinige und -atmige Japaner gedacht, denn ich hatte nach 2:30 Std. statt 5 Std. den Gipfel erreicht. Damit hatte ich dann auch noch genügend Zeit den Rundweg um den Krater zu gehen und fast bis zum höchsten Punkt zu kommen. Dafür hatte ich an den folgenden Tagen auch ordentlich Muskelkater...

Wieder zurück in der Heimat konnte ich endlich mein lang erwartetes 2934 Bike in Empfang nehmen und musste natürlich gleichmal den Thüringer Wald damit unsicher machen. Schlammpackung gabs auch gleich dazu. Artgerechte Haltung nennt man sowas.

Am letzten Wochenende gabs dann auch endlich mal wieder sowas wie sportliche Erfolge zu vermelden. Gemeinsam mit Triathlet Henry Beck und dem sportlichen Leiter unseres Team Highworks konnte ich den Staffelwettbewerb beim Triathlon am Bergsee Ratscher gewinnen. Nicht so ganz schlecht war dabei meine Zeit für die 40km Radstrecke: Mit offiziell 59:41 min als erster unter einer Stunde und mit 3 min Vorsprung auf den zweitschnellsten holte ich mir die neue Streckenbestzeit. Am Sonntag stand dann der 3. Lauf des Rennsteig-Dolmar-Cups auf dem Programm, das Bergzeitfahren zur Geba. Mit 21:53 min konnte ich auch hier die schnellste Zeit setzen, allerdings 2 min vom Streckenrekord von Christian Kreuchler entfernt.

 

Lidice-Rundfahrt [17.-20.06.2010]

Diesmal gabs auf dem Weg zur Lidice-Rundfahrt keine größeren Desaster wie im vergangenen Jahr. Wir waren entspannt und rechtzeitig vor dem Start in Sedlcany. Das 11km Zeitfahren absolvierte ich in 14:35 min und kam damit auf Platz 19, weniger als eine Minute hinter dem Sieger.

Am Freitag standen dann 160 km von Dobris nach Lidice auf dem Programm. Zum Glück war der Streckenverlauf etwas anders als im vergangenen Jahr, womit auch die gefährliche Abfahrt diesmal nicht als solche, sondern in die Gegenrichtung absolviert wurde. Da es in der Nacht geregnet hatte waren die Straßen wie erwartet rutschig, aber diesmal gab es keine Stürze. Nachdem auf den ersten 35 km gleich drei Berge zu absolvieren waren kehrte danach etwas Ruhe im Feld ein. Besonders ruhig wurde es, als das gesamte Feld an einer geschlossenen Bahnschranke gestoppt wurde. Nachdem der Abstand zum Führenden wieder hergestellt war gings dann auch weiter, ständig auf und ab. Schließlich galt es noch 3 Schlußrunden in Lidice zu absolvieren. Dort wurde der Führende dann auch nach 120 km Alleinfahrt wieder eingeholt - er durfte sich mit dem Bergtrikot trösten. Die meisten Attacken waren nicht vor Erfolg gekrönt, erst wenige Kilometer vor dem Ziel konnte sich Michal Kesl absetzen und mit einigen Sekunden Vorsprung den Etappensieg holen. Ich erreichte das Ziel als 13. mit dem etwas zerrupften Hauptfeld.

Am nächsten Tag waren 33 Runden über ingesamt 99 km auf dem Rundkurs in Lidice zu absolvieren. Nachdem sich eine Spitzengruppe absetzten konnte schlief das Tempo im Feld ein, so dass wir fast überrundet wurden. Zum Schluß wurde allerdings wieder ordentlich Gas gegeben und die Gruppe wurde fast noch gestellt. Ich versuche so gut wie möglich meine Kräfte für den Schlußtag zu sparen. Am Ende konnte ich mich nochmal in eine vernünftige Ausgangsposition bringen, allerdings wurde die durch einen Sturz vor mir ca. 600 m vor dem Ziel zunichte gemacht. Platz 24 lautete das Etappenergebnis und damit konnte ich mich auf Platz 13 in der Gesamtwertung verbessern.

Der schwerste Brocken wartete mit der Bergetappe auf dem Rundkurs in Krivoklat ganz zum Schluß auf die verbliebenen Fahrer. Das Rennen erinnerte mich stark ans letzte Jahr, denn auch diesmal konnte ich drei Runden vor Schluß dem Tempo nicht mehr folgen. Nach ca. 65 km Solofahrt erreichte ich das Ziel 15 min. nach dem Sieger. Durch den großen Abstand fiel ich leider noch auf Platz 25 in der Gesamtwertung zurück. Das war zwar eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr aber ich musste doch einsehen, dass mir im Vergleich zu den Profis zum wiederholten Male auf der letzten Etappe die Substanz fehlt.

 


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